Grußwort der Bezirksbürgermeisterin von
Tempelhof-Schöneberg

Angelika Schöttler, Schirmherrin des Wettbewerbs Aids Kunst Grab

Noch vor wenigen Jahren wurde eine HIV-Infektion als nicht heilbar abgetan. Menschen, die mit HIV infiziert waren oder an Aids erkrankten, sahen sich allzu oft massiven Vorurteilen und Stigmatisierungen ausgesetzt.

Heute haben wir diese Sichtweise, auch Dank des engagierten Eintretens der LSBTI-Community, zu großen Teilen überwunden. Eine HIV-Infektion ist heute in den weit überwiegenden Fällen gut und erfolgreich behandelbar. Entscheidend für den Behandlungserfolg ist dabei die Gewährleistung einer guten medizinischen Versorgung, die für alle Betroffenen sichergestellt werden muss.

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Angelika_Schoettler

„Eine Grabstätte für Menschen, die an den Folgen von HIV gestorben sind, halte ich für sehr sinnvoll und wichtig. Wir erleben leider immer noch, dass Menschen, die HIV-positiv sind, aus dem sozialen und beruflichen Leben ausgegrenzt werden. Manche verlieren ihre Arbeit, ihre Familie, ihre Freunde und stehen alleine da.

Gerade für diese Menschen ist ein Denkmal als Ort des nicht vergessen Werdens wichtig. Für alle andere kann es auch ein Ort zum Gedenken und Erinnern an Freunde, Partner und Angehörige werden.

Ich finde es erfreulich, dass „Denk mal positHIV e.V.“ für den Gestaltungswettbewerb die Initiative ergriffen hat und wünsche bei der Umsetzung viel Erfolg.“

Marcel de Groot, Geschäftsführer Schwulenberatung Berlin

Foto: Marcel de Groot
Foto: Marcel de Groot

“Es war eine furchtbare Zeit bis Mitte der neunziger Jahre: Die Menschen starben wie Fliegen an den Folgen von Aids. Ich konnte damals irgendwann nur noch an Beerdigungen teilnehmen, wenn ich mich dafür seelisch stark genug fühlte.

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Gerhard Grühn, Positivensprecher der Berliner Aids-Hilfe e.V.

Foto: Fotostudio Hirch, Köln
Foto: Fotostudio Hirch, Köln

„Es gab eine Zeit, in der an Aids oder Folgekrankheiten von HIV verstorbene Menschen verleugnet wurden. Die Familien logen über die Todesursache ihrer Angehörigen und schlossen die Menschen, welche dem Verstorbenen FreundInnen und BegleiterInnen waren, aus. Nach 30 Jahren Aids ist dieses Verstecken in Deutschland glücklicherweise weitgehend überwunden. Dafür ist das Grabmal auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof ein Zeichen. Hier werden die Namen der Verstorbenen genannt und hier können ausnahmslos alle um ihre PartnerInnen, Kinder, FreundInnen und Verwandten trauern.

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Ute Hiller, Geschäftsführerin der Berliner Aids-Hilfe e.V.

Foto: BAH
Foto: BAH

“Eine Grabstätte, die an Menschen erinnert, die mit HIV gelebt haben und an den Folgen von AIDS gestorben sind, sollte als Ort der Erinnerung – unabhängig von Religion, Weltanschauung, Lebensgeschichte und gesellschaftlichem Status – als solcher sichtbar sein.

Dazu gehört auch, dass alle zu dieser Grabstätte gehörenden Grabfelder eine optische Einheit bilden. Es sollte aber neben der Trauer auch ein Ort der Ermutigung für diejenigen sein, die gegen die Tabuisierung von HIV und AIDS kämpfen.”

Sibyll Klotz, Stadträtin für Gesundheit, Soziales, Stadtentwicklung in
Tempelhof-Schöneberg

Foto: Alex Gliegold
Foto: Alex Gliegold

“Wir können froh darüber sein, dass in Deutschland dank der medizinischen Fortschritte nur noch wenige HIV-positive Menschen an den klassischen Aids definierenden Erkrankungen sterben. Aber natürlich müssen auch HIV-positive Menschen einmal sterben. Vorzeitige und teilweise auch vermeidbare Todesursachen bei Menschen, die sich über injizierenden Drogenkonsum mit HIV infiziert haben, sind nicht selten tödlich endende Drogen-Überdosierungen, Blutvergiftungen oder die Folgen einer chronischen Virushepatitis.

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Astrid Leicht, geschäftsführende Projektleiterin von Fixpunkt e.V.

Foto: Privat
Foto: Privat

“Ich unterstütze die Idee der künstlerischen Gesamtgestaltung des erweiterten Aids–Gemeinschaftsgrabes auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof aus vollem Herzen.
Das Gemeinschaftsgrab ist eine würdige Grabstelle für diejenigen Menschen, die anderenorts aus finanziellen, familiären oder gesellschaftlichen Gründen keine würdevolle Grabstelle hätten. Sie ist aber auch ein Ort des Gedenkens an alle, die in Folge von HIV und Aids verstorben sind.

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Mechthild Rawert, MdB, Mitglied im Gesundheitsausschuss

Foto: Mechthild Rawert
Foto: Mechthild Rawert

„Als in den 80ern und 90er Jahren massenhaft Menschen an den Folgen von Aids starben, haben nicht Wenige Beifall geklatscht. Es starben ja vor allem Schwule und „Junkies“. Menschen mit HIV/Aids und die besonders stark betroffenen Gruppen wurden zur Gefahr für „Unschuldige“ ausgerufen. Dagegen sind wir damals auf die Barrikaden gegangen.

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Carsten Schatz, Vorstand der Deutschen AIDS-Hilfe

Foto: DAH / Johannes Berger
Foto: DAH / Johannes Berger

“Trotz grundlegender Veränderungen im Drogenhilfesystem, das sich  von  der Idee der Schaffung von Motivation durch Leidensdruck und dem Abstinenzgebot verabschiedete, sterben jedes Jahr viele hundert Drogen gebrauchende Menschen, die von HIV; AIDS und Hepatitis bedroht und betroffen sind.

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Claudia Schieren, Vorstand des JES Bundesverband e.V.

ClaudiaSchieren

“Als Pfarrerin und Aids-Seelsorgerin habe ich viele Beerdigungen „unter dem grünen Rasen“, oft anonym und oft auf Friedhöfen am Rande der Stadt durchgeführt und begleitet. Nicht immer war eine angemessene Trauerfeier möglich. Deshalb lag es mir sehr am Herzen, einen Ort zu finden, an dem eine würdevolle Bestattung möglich ist und an dem die Toten ihren Namen behalten.

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Dorothea Strauß, Pfarrerin, Aids-Seelsorgerin

Foto: Wolfgang Tillmans
Foto: Wolfgang Tillmans

“Sterben ist ein Teil des Lebens, der Toten zu gedenken, ist Teil eines menschwürdigen Lebens. Das gilt für alle Menschen. Einen angemessenen Ort dafür und auch für jene zu gestalten, die an den Folgen von Aids gestorben sind, ist ein gutes und wichtiges Anliegen. Ein Grabmal und Denkmal zugleich fürs Gedenken und Nachdenken!”

Wolfgang Thierse, Bundestagspräsident a.D.
Schirmherr von KIRCHE positHIV

Foto: Pressebild
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